Engel, Teufel – oder beides? Bottoms im BDSM können ganz unterschiedlich auftreten, von hingebungsvollen Servants bis zu renitenten Brats sind alle dabei. Eine feste Vorstellung davon, wie submissiv ein Bottom sein muss, gibt es deshalb nicht. Schließlich ist BDSM keine „schwarz-rote Bibel“, in der für jede Rolle ein bestimmtes Verhalten vorgeschrieben wird. Auch Tops haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was sie an einem Bottom schätzen – manche mögen viel Hingabe und klare Unterordnung, andere freuen sich über Eigeninitiative, Widerworte oder spielerische Gegenwehr. Und egal, ob klassische Subs, Brats, Pets, Littles oder Rope-Bottoms – letztlich kommt es darauf an, dass die individuellen Grenzen, Erwartungen und erotischen Vorlieben zueinander passen. Einvernehmlichkeit natürlich immer vorausgesetzt.
Bei BDSM-Sessions zwischen Degrader und Degradee steht die gezielte Inszenierung von Macht, Scham und Unterwerfung im Zentrum. Es handelt sich um eine besondere Form der erotischen Interaktion, bei der psychologische Elemente wie Kontrolle, Bloßstellung und verbale oder körperliche Erniedrigung gezielt eingesetzt werden. Der Degrader nimmt dabei die aktiv-dominante Rolle ein, führt und lenkt das Geschehen mit sicherer Hand. Der Degradee hingegen findet Lust darin, sich in diese Dynamik hineinzugeben und sich in einem vorher vereinbarten Rahmen herabsetzen zu lassen. Für viele ist genau dieses Spannungsfeld der besondere Reiz an solchen Sessions.
Majo
24/7 bezeichnet im BDSM eine dauerhaft gelebte Macht- und Rollenverteilung, die über einzelne Sessions hinausgeht und auch den Alltag prägen kann. Dominante und devote Partner legen gemeinsam fest, welche Regeln, Aufgaben und Entscheidungsbereiche für sie gelten. Dabei kann die dominante Person beispielsweise bestimmte Entscheidungen treffen, während die devote Person sich innerhalb der vereinbarten Dynamik unterordnet. Wie weit diese Rollen im Alltag reichen, unterscheidet sich jedoch deutlich von Beziehung zu Beziehung. Manche Paare leben eine solche Dynamik tatsächlich rund um die Uhr, andere beschränken sie auf bestimmte Situationen oder Zeiträume. So oder so braucht es dafür aber klare Absprachen, gegenseitiges Vertrauen und die Möglichkeit, vereinbarte Grenzen jederzeit neu festzulegen.
Majo
Herrin / Herr (Master / Mistress) und Servant beschreiben im BDSM eine Form der Beziehung, die durch ein deutliches Machtgefälle geprägt ist. Der Servant nimmt dabei eine submissive Rolle ein, während Herrin oder Herr die vereinbarte dominante Position übernehmen. Je nach Ausgestaltung können sie Regeln festlegen, Anweisungen geben und über bestimmte Bereiche des Alltags entscheiden. Auch Disziplinierungen können Teil der Dynamik sein. Wie weit die Kontrolle reicht und welche Aufgaben oder Entscheidungsbereiche dazugehören, vereinbaren die Beteiligten individuell. Solche Herrschaftsdynamiken können sich schrittweise entwickeln und beruhen auf Vertrauen, Einvernehmlichkeit und klaren Absprachen.
Stan